Ein schöner Parkett muss nicht teuer sein

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Holz ist ein gut- und günstiger Bodenbelag. Gerade bei Parkett gibt es eine unglaubliche Bandbreite von Preisen, vom Baumarkt-Parkett bis zum High-End Modell. Dabei haben die folgenden Faktoren den grössten Hebel beim Preis und bestimmen, ob es ein eher günstiger oder teurer Parkett ist:

  • Stabgrösse
    Wie gross sind die Holzstücke?
  • Verlegeart
    Wie viele Stunden müssen investiert werden?
  • Nutzschicht-Stärke
    Normalerweise 4mm – im Baumarkt nur 2mm

Welche Rolle spielt die Stabgrösse beim Parkett?

Eine sehr wichtige. Je kleiner die Holzstücke, desto günstiger der Parkett – so eine grundsätzliche Faustregel. Für einen Schiffsboden-Parkett mit 2m langen und 30cm breiten Riemen muss ein besonders schönes Stück Holz gefunden werden, auch wenn nur 4mm ‚Scheiben‘ (Nutzschicht) davon verwendet werden. Diese Grösse der Holzstücke ist die sogenannte ‚Stabgrösse‘. Es gibt grob gesagt vier verschiedene Kategorien. Dazwischen gibt es natürlich alle möglichen Zwischengrössen, Sonderformen und so weiter.

  • Schiffsbodenparkett/Landhausdielen (ca. 2-2.5m Länge)
  • Kurzstab (ca. 1-1.5m Länge)
  • Mehrstabparkett mit mehreren Stäben auf einem ‚Brett‘
  • Klötzliparkett
Quadratisch verlegter Parkett Bodenbelag
Dieser repräsentative Parkett in einer Stadtvilla hat sehr kurze Bretter. Nur das Verlegen bedarf extra Aufmerksamkeit
Fischgrät Verlegemuster Parkett ist theoretisch ein Kurzstabparkett
Auch ein Fischgrätparkett ist ein Kurzstabparkett

Welche Verlegeart ist für dein Projekt sinnvoll?

Historisch gesehen werden in den repräsentativsten Räumen (heute: das Wohn- und Esszimmer) die schönsten, elaboriertesten und reich verziertertesten Bodenbeläge geplant. Auf Parkett-Ebene bedeutet dies meist eine speziellere Verlegeart – zum Beispiel Fischgrätboden.

Auch ‚günstige‘ Parkette werden teuer, wenn sie aufwändig verlegt werden.

Welche Verlegeart ist die günstigste? Kurz gesagt: die, die am wenigsten Arbeit gibt. Selber habe ich noch nie einen Parkett verlegt, aber ich habe mir von Parkettlegern- und Herstellern sagen lassen, dass zum Beispiel Fischgrät eine der schwierigsten – und deshalb teuersten Arten ist, wie man einen Parkett verlegen kann. Das hängt zusammen, dass unglaublich genau gearbeitet werden muss mit einem Material, welches von Natur aus nicht immer gleich ist.

Klötzliparkett: günstig und wieder in Mode

Aktuell feiert zum Beispiel der Klötzliparkett ein Comeback in der Architekturwelt. Beim Klötzliparkett sind jeweils einige der klitzekleinen Holzstäbe schon zusammen auf ein Netz geklebt (oder in gewissen Fällen gleich auf ein ‚Brett‘ – und werden so zum Mehrstabparkett), damit sie einfacher und schneller verlegbar sind. Mit Erfolg.

Klötzliparkett ist einer der günstigsten Parkette – da die Stablänge klitzeklein ist und der Verlegeaufwand gering.

Fun Fact: Früher wurde ein Klötzliparkett auch gerne ‚hochkant‘ verlegt, also mit der Seite gegen oben. So konnte der Boden etliche Male abgeschliffen werden. Heute geht das nicht mehr, da dies nicht für Bodenheizungen geeignet ist.

Klötzliparkett versiegelt
Klötzliparkett versiegelt
Klötzliparkett unbehandelt
Klötzliparkett vor dem Verlegen
Klötzliparkett unbehandelt
Die Oberfläche ist noch unbehandelt
Gitter hinter dem Klötzliparkett für besseres Verlegen
Stirnholzparkett Hirnholz Parkett-Pflaster
Stark genutzter Stirnholz-Parkett in einem Museum
Hirnholz Parkett
Dieser Boden gilt als äusserst robust
Hirnholz Ausdehnung
Typisch ist die abwechselnde Wuchsrichtung, um die Ausdehnung gleichmässig aufzunehmen

Welche Holzarten sind am geeignetsten?

Aber sind denn die grössten, teuren Stabgrössen schöner als die günstigen, kleinen? Nein. In unserer Mietwohnung gibt es zufälligerweise einen Mehrstab-Parkett mit sehr kleinen Holzstäben. Aber er ist wunderschön und gibt den Zimmern einen warmen, gemütlichen Charme. Es kann gut sein dass der Charme darin liegt, dass es ein Eichenparkett ist. Eiche ist aktuell das Holz, welches man sehr oft bei Parkett antrifft.

ca. 80% aller Parkette auf dem Markt sind aus Eichenholz

Persönlich bin ich der Meinung, dass sich Eichenholz mit seinem leicht entsättigten bräunlichen Farbton besser zurücknimmt als beispielsweise ein gelblicher Fichten- oder rötlicher Buchenparkett. Auch liegt der Charme an diesem spezifischen Parkett auch in seiner Oberflächenbehandlung (nur geölt anstatt versiegelt).

Häufigste Holzarten für Parkett:

  • Eiche (bräunlich; wahrscheinlich 80% vom Parkettmarkt, in allen Formen und Arten: geräuchert, angegraut etc)
  • Buche (rötlich)
  • Ahorn (gelblich hell)
  • Esche (gelblich neutral)
  • Nussbaum (wunderschön dunkelbraun – aber SEHR teuer)

Hier erfährst du ein wenig über die jeweiligen Eigenschaften der Holzarten, vom Parketthersteller Bauwerk #notsponsored. Eher seltenere Holzarten (beispielsweise auf Bestellung bei einem lokalen Parkettlieferanten):

  • Weisstanne (eher weich)
  • Hagenbuche (super hart, aber extrem schön in seiner hellbräunlich-gelben Farbe mit dunkeln Einsprengseln)

Was wäre also ein guter und günstiger Parkett?

Falls du dich nicht entscheiden kannst: Mit Eiche liegst du fast nie falsch! Ausserdem gibt es Eichenparkett in allen Preissegmenten, Formen und Grössen. Bevorzuge ganze Stäbe vor Mehrstabparkett, aber das kann auch Kurzstab sein. Die Oberfläche kannst du nach deinem Geschmack auswählen und wie dunkel der Boden sein soll. Hier kannst du mit mittelhell – also der natürlichen Farbe vom Parkett nicht viel falsch machen. Besser geölt als versiegelt, wenn du magst leicht gebürstet, damit man die Haptik vom Holz besser spüren kann.

[Artikel ist in Bearbeitung und wird ständig erweitert]