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Grosse Bäume im Garten? Ja und ja!

Inhaltsverzeichnis

Es gibt in meinen Augen nichts Schöneres, als grosse Bäume. Ich kenne jedoch einige Leute *hüstel* meine Schwiegermutter *, welche absolut keine grossen Bäume im Garten möchten – denn sie bedeuten Arbeit. Meine Schwiegermutter zum Beispiel hasst es schon, das Laub der Bäume auf der Strasse zusammenzukehren – geschweige denn, dass sie ihren eigenen, grossen Garten mit diesen Arbeit-produzierenden Dingern verschandeln würde.

Was für ein Verlust! Vielleicht falle ich als Städterin gerade in die ‚Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner‘-Falle, aber ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als einen oder mehrere grössere Bäume im Garten. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Schattenspender in den immer heisseren Sommerzeiten, Kühlung der Fassade und angenehme Brise
  • Visuell eine Augenweide, spiegelt die vier Jahreszeiten wieder
  • Geborgenheit und Athmosphäre

Mit Bäumen möchte ich alle ‚vertikale Bepflanzung‘ einschliessen bzw. alles, was über ca. eineinhalb Meter hinauswächst. Sträucher, Büsche, Kletterpflanzen, und natürlich Bäume. Bäume sind immer das Beste, aber Baumbepflanzung ist leider nicht immer möglich. Diese weithin ‘sichtbare’ vertikale Bepflanzung dient als Markierung von einem Ort, kann aber auch gleichzeitig als Zonentrennung funktionieren. Man sagt dann ‘unter dem Baum, beim Haselstrauch, oder unter dem Efeu’.

Schattenspender und Kühlung

Ein weiterer, immer wichtiger werdender Aspekt von hoch wachsender, lockerer Bepflanzung ist das Spenden von natürlichem Schatten. Kein Sonnenschirm, Segeltuch oder Pavillon kann diesen kühlen, halbtransparenten und leicht rauschenden Effekt kopieren. Gerade in immer wärmeren Sommern kann es eine ungeheuer schöne Situation sein, im lockeren Schatten unter der Baumkrone einen natürlichen Pavillon zu haben (das was wir sonst mit grossem Aufwand, Sonnenschirmen und Bambuswedeln versuchen zu reproduzieren).

Was auch oft unterschätzt wird, ist die Kühlung der Fassade. Die Hausfassade heizt sich an warmen Tagen auf und gibt (wenn die Bauphysik stimmt), diese nur langsam wieder ab. Ein nahe stehender Baum kann diesen Effekt abmildern.

Visuelle Augenweide

Jetzt kommen wir zu den weichen – aber nicht minder wichtigen Faktoren. Ich bin ja der Meinung das man sich mit schönen Dingen umgeben darf – und im Architekturkontext – umgeben soll. Bäume gehören zu den schönen Dingen. Natur, Farben, Lichtspiele und das Rascheln der Blättern kann es mit jedem Mensch-Gemachten Gartenmöbel Objekt aufnehmen.

Der Baum muss nicht zwingend an die Grundstücksgrenze oder in eine Ecke gestellt werden. Denn dort kann man nur zur Hälfte, beziehungsweise zu einem Viertel davon profitieren. An einem schönen Ort mitten im Garten kann man sich darunter setzen, von seinem Schatten profitieren, darunter einen Tisch platzieren. Er zoniert den Aussenraum auf eine natürliche Weise. Ausserdem ist es wunderbar, aus einem der oberen Zimmer mitten in die Baumkrone zu schauen.

Baum im Garten
Der Schönste Platz (und das Bänkli) sind immer unter dem Baum
Absolut majestätischer Baum!

Geborgenheit unter den Ästen

In meinen Augen der wichtigste Aspekt von Bäumen im Garten jedoch ist die Geborgenheit, welche wir hinter hoch wachsender Bepflanzung geniessen. Sie bilden eine Art Wand im Rücken, was unsere Urinstinke beruhigt und uns einen geschützten Rahmen gibt, von welchem man die Umgebung beobachten kann. Nicht von ungefähr ist es ein unfassbar schönes Gefühl, unter einem weit ausladenden Baum zu sitzen – man ist geschützt, hat aber gleichzeitig einen Überblick.

Es kommt natürlich auf die Baumart an, wie auskragend seine Krone ist, und wie weit runter die Äste hängen. Der in meinen Augen schönste Effekt wird erzielt, wenn die Äste einer lang ausladenden Krone bis auf Augenhöhe herunterkommen dürfen. Ich durfte einmal Teil einer Lesung sein unter dem Baum. Es war ein einmaliges Erlebnis, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird – und es ist jetzt schon einige Jahre her.

Die uralten Bäume am Platzspitz.
Der Pavillon am Platzspitz schafft eine ähnliche Athmosphäre wie unter einer Baumkrone.

Bäume brauchen lange zum wachsen, und produzieren wie schon erwähnt Arbeit. Klar, bei einem frisch gepflanzten Baum wird der gewünschte Effekt nicht sofort eintreffen. Aber man kann dem Baum beim wachsen zusehen, und 10, 20 Jahre sind schnell vorbei! Wenn du Geld hast, kannst du dir auch schon einen grösseren Baum in den Garten einpflanzen lassen.

Übrigens: Die sich zersetzenden Blättern im Herbst garantieren eine reiche Bodenzusammensetzung des Gartens und Tiere wie Vögel, Igel, Eichhörnchen, unzählige Käfer, Bienen und Insekten finden einen Lebensraum darin. Ein Baum ist ein wahres Biotop. Und was gibt es Schöneres, als sich an der Farbigkeit und dem Lichtspiel einer Baumkrone zu erfreuen.