Wann bist du das letzte Mal auf einem Boden gelaufen, der richtige, jahrhundertealte Geschichte in sich trägt? Vermutlich beim Besuch einer historischen Stätte, beim Spaziergang durch eine Altstadt oder beim Betreten eines sehr alten Hauses. Sogenannte Weichgesteine wie Marmor, Kalkstein oder Muschelkalk haben eine sehr lebendige Oberfläche, und werden aufgrund ihrer Weichheit relativ schnell ‚abgeschliffen‘ und altern schneller als härtere Gesteine wie Granit.
Wieso werden trotzdem Marmortreppen in einen Hafen gebaut (Lissabon), und ganze Plätze mit diesem Weichgestein ausgelegt – obwohl diese teiweise wieder ausgewechseln werden müssen? Weil sie äusserst repräsentativ sind.
Marmor



Bei mir war das auf dem Handelsplatz Praça do Comércio in Lissabon. Der Quadratische Platz ist quasi das ‚Eingangstor‘ von der Anlegestelle im Hafen in die Stadt. Alles Beginnt mit der den Marmorstufen Cais das Colunas, welche direkt zum Fluss führen.
Kalkstein



Wie entsteht Kalkstein?
aus dem ETH Materialarchiv:
„Liesberger Kalkstein entstand vor rund 160 Mio. Jahren in einem flachen Meer mit warmem, bewegtem, an Kalk übersättigtem Wasser mit hohem Salzgehalt. Unter diesen Bedingungen bildeten sich auf dem Meeresboden sogenannte Ooide, Kügelchen von bis zu einigen Millimetern Durchmesser mit feinsten konzentrischen Kalklagen, die sich um Fossilbruchstücke herum angelagert hatten. Durch Überlagerung mit weiteren Sedimenten und durch zunehmende Verdichtung verfestigten sich diese zu Kalkstein.“
Eigenschaften
- Frost- aber nicht säurebeständig
- Für Innen- und Aussenbereich geeignet
Schweizer rote und gelbe Kalksteine
Zum Glück gibt es diese wunderbare, geschichtsträchtige Farbekombination von rotem und gelbem Kalkstein in Lissabon auch aus der Schweiz. In Liesberg und Laufen, Basel werden bis heute rote und gelbe Kalksteine abgebaut. Der Stein kann im Innen- oder Aussenbereich verwendet werden, da er frostbeständig ist. Wieso nicht einmal etwas anderes als nur weiss, grau und schwarz? Bilder © Pizrog.ch


Schweizer Muschelkalk
Wenn du es lieber weniger spektakulär magst, kannst du auch einen grauen Muschelkalk für deine Türeinfassungen, Aussenböden und Fassadenverkleidungen verwenden. Dieser Muschelkalk (so genannt wegen der Einschlüsse von Haifischzähnen (!), Resten von Seeigeln und Schnecken) wurde schon für die Vollendung des römischen Amphitheaters in Vindonissa (Windisch) im Aargau verwendet. Es gibt zahlreiche Steinbürche, wo Muschelkalk in der Schweiz noch abgebaut wird.


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