Innenputz: Deine Optionen

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In den allermeisten Fällen wird für den Innenputz von Ein- und Mehrfamlienhäuser Abrieb verwendet. Dabei wird zuerst wie bei der Fassade ein ca. 10mm starker Grundputz auf Zement/Kalt-Basis auf die Backstein- oder Betonwände aufgetragen. Dieser wird dann mit einem Deckputz, zum Beispiel dem ‚Abrieb‘ ergänzt. Der Deckputz ist dann so dick wie das Korn, welches dafür verwendet wird. Beispielsweise also 0.5mm, 1.0mm oder 1.5mm.

Insgesamt hat also der Innenputz eine Stärke von ca. 10-15mm. Manchmal gibt es aufgrund der Bauweise (zum Beispiel dem Einsteinmauerwerk) Vorschriften, dass der Innenputz der Aussenwand mindestens 15mm stark sein soll. Zum Schluss wird der Deckputz noch vom Maler gestrichen in der entsprechend gewünschten Farbe.

Innen-Grundputz

Bei Massivbauweise wird auf den Beton oder das Mauerwerk zuerst ein Grundputz aufgetragen. Dieser besteht aus einem Zement-Kalk-Gemisch, wobei mehr oder weniger Kalkanteil gewählt werden kann (solltest du zum Beispiel auf einen Sumpfkalk abzielen). Bei Holzbauweise wird der Grundputz wahrscheinlich einfach auf die Gipsplatten aufgetragen (ich habs leider noch nie mit eigenen Augen bezeugen können :D). Dafür wird oft eine Art Spritzgerät verwendet um den Putz an die Wände zu kriegen.

Deine Optionen:

  • Bei Bedarf Verhältnis Kalk/Zementgemisch anpassen

Innen-Deckputz

Für die Wände wird meist ein Abrieb gewählt zwischen 0.5mm (Feinputz) und 1.5mm (Standard). Dazwischen gibt es noch den 1mm-Putz, welchen ich persönlich am schönsten finde, da er weder zu heikel noch zu langweilig ist – sondern edel. An den Decken wird meist Weissputz gemacht (das ist die glätteste Oberfläche).

Ein 1.5mm-Deckputz ist Standard und kann in einem Arbeitsschritt aufgetragen werden. Bei 1.0mm gibt es ein kleines Problem: Durch den extrem dünnen Auftrag kann kein gleichmässiges Ergebnis erzielt werden. Es entstehen Wolkenbildungen, die nicht den Qualitätsansprüchen genügen. Deshalb muss ein 1.0mm-Putz (und ich gehe stark davon aus, dass das für kleinere Korngrössen auch gilt) zweimal aufgetragen werden. Dies bedeutet doppelte Arbeit.

1.0mm-Abrieb muss doppelt aufgetragen werden – heisst also doppelte Arbeit

In älteren Gebäuden findet man auch teilweise noch Kratzputz – aber ich glaube das wird heute fast nicht mehr gemacht. Wer weiss, vielleicht erlebt er wieder einmal ein Comeback?

Der Artikel wird noch erweitert…. zum Beispiel mit Lehmputz oder Sumpfkalk

Putz-Anschlüsse an die Decke

Beim Übergang von Wänden zur Decke gibt es das klassiche Problem, dass es sich um zwei Oberflächen handeln, welche sich unter Umständen bewegen oder sogar aus unterschiedlichen Materialien (zum Beispiel Betondecke auf Backstein-Wand) bestehen. Handelt es sich um einen Neubau, können sich Betondecken im Millimeterbereich senken, was wiederum zu Spannungen beim Putz der Wände führt. Als Folge entstehen Risse und unschöne Übergänge.

Die Putz-Übergänge müssen voneinander getrennt werden, um Spannungsrisse zu vermeiden

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Die zwei Oberflächen müssen voneinander getrennt werden. Dies entkoppelt die Putze und jede Oberfläche kann sich für sich ausdehnen bzw. bewegen, wie sie will. Das geht grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten:

  • Schwedenschnitt
    Einfache und saubere Lösung wenn Putz auf Putz trifft. Nach dem Verputzen beider Oberflächen wird ein Messer (keine Ahnung, wie das konkrete Gipser-Werkzeug heisst) entlang der Fuge gezogen. Es entsteht eine ca. 1mm-breite, offene Schattenfuge.
  • Putzprofil
    Das Putzprofil (und davon gibt es eine unendliche Variation von Formen und Herstellern) kommt zum Zug, wenn eine der Oberflächen uneben ist, oder wenn eine der Oberflächen roh bleibt – zum Beispiel bei Sichtbeton-Decken. Wird zum Beispiel die Wand verputzt und darauf kommt eine rohe, und deshalb unebene Betondecke zu liegen, müsste der Gipser auf die holprige Oberfläche anschliessen, und das sieht nicht gut aus. Das Putzprofil (aus Alu oder Plastik) übernimmt die Rolle des geraden Abschlusses.

Natürlich kannst du auf solche Lösungen gänzlich verzichten und darauf hoffen, dass es keine Spannungsrisse gibt. Aber du wurdest gewarnt 🙂