Bei Reisen komme ich nicht umhin, meinen Handy-Speicher mit Fotos von Pflastersteinen zu füllen. Irgendetwas hat diese Kombination aus Fülle, Naturmaterial und verspielten Mustern, welches einfach ästhetisch ansprechend ist. Pflastersteine sind in meinen Augen eine sehr gute Alternative zum (standardmässig verwendeten) Asphalt. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Versiegelung
Pflasterstein ist eine nur teilweise versiegelnde Oberfläche,
während der Asphalt eine Fläche komplett zu macht - Entwässerung
Wasser fliesst langsamer und versickert besser - Schön ins Alter
Die Steine entwickeln mit der Zeit eine schöne Patina, und werden unendlich langsam poliert - Reparatur
Einzelne Steine können ohne Schaden ersetzt werden - Belastbarer als Fliesen
Fliesen in der Auto-Zufahrt? Naja! Pflastersteine? Kein Problem! - Kühlend im Sommer
Entgegen dem Asphalt (und auch Fliesen) heizen sich Steine weniger schnell auf, und bleiben länger kühl
Keine Versiegelung = ein atmender Boden
Portugal als Stein und Platten-Mekka erfreut sich einer besonders reichhaltigen Palette an Pflastersteinen – zumindest in Lissabon, wo wir letztens als Familie Ferien machen durften. Hier gibt es genügend Stein-Ressourcen, um viele Strassen und Trottoirs weitreichend in den schönsten Mustern zu pflastern.
Gleichzeitig sind heftige Platzregen die Regel – Asphaltierte Strassen und Trottoirs würden sofort überschwemmt werden und die Kanalisation an ihr Limit bringen. Die lose gesetzten Pflastersteine bieten hier eine Lösung. Die breiten, offenen Fugen können eine Menge Wasser aufnehmen, welches dann langsam versickert oder zum nächsten Gulli geleitet wird.
Die breiten, offenen Fugen sind bestens geeignet für die heftige Platzregen






Klassische Pflastersteine sind eine nur teil-versiegelnde Oberfläche
Auch in Zürich sind viele Strassen noch gepflastert – wenn auch meist weniger dekorativ als in Lissabon. Hierzulande, bzw. zumindest in der Schweiz werden Pflastersteine meist verwendet als Bodenbelag in Altstädten: auf öffentlichen Plätzen und Trottoirs. Die Fläche wird – anders als bei Asphalt – nicht komplett versiegelt.
Die Fläche wird – anders als bei Asphalt – nicht komplett versiegelt


Dekorative Pflastersteine
Dann gibt es das Universum der dekorativen Pflastersteine. Gerade in Lissabon sind diese Gehwege und Plätze als „Calçada Portuguesa” bekannt. Dabei wird weißer oder grauer Kalkstein und schwarzer Basalt verwendet.
Wieso nicht auch Pflastersteine im Garten?
Pflastersteine kennt man von Strassen, Gehwege und Plätzen. Aber wieso nicht auch Zuhause? Manch Gartenweg, Zufahrtsstrasse oder Terrasse könnte von diesen unzerstörbaren, pflegeleichten, rutschfesten und charmanten Belag profitieren. Nicht umsonst hat der Pflasterstein auf römischen Strassen hunderte von Jahren überlebt!






Die Lissaboner haben damals bewusst die hellen Kalksteine gewählt gehabt, damit mehr Licht in die Stadt gelangen kann. Der langsam glatt polierten Stein reflektieren (insbesondere nach den Platzregen) die Sonne in die Häuser.


Fazit Pflastersteine vs. Asphalt
Du möchtest einen unzerstörbaren, einfach reparierbaren, und repräsentativen Boden in deiner Umgebung? Zum Beispiel in der Auto-Zufahrt, auf deinem Garten-Plätzchen oder vor deinem Eingangsbereich? Ein Boden, der im Sommer kühl bleibt, bei Regen rutschfest ist und die Erde nicht versiegelt?
Dann lass den öden, langweiligen Asphalt links liegen! Pflastersteine sind deine Wahl! Lass dir von einem Pflasterer (oder noch besser drei Unternehmer wie du in diesem Beitrag lernst!) eine Offerte machen und überlege dir, ob dir diese Investition in einen Boden, den du jeden Tag mehrmals überschreitest Wert ist.