Wohnung oder Haus selber ausbauen – Anleitung für Anfänger

Home / Planung & Ausführung / Wohnung oder Haus selber ausbauen – Anleitung für Anfänger

Was musst du machen, wenn du dein Haus, deine Wohnung, dein Zimmer selber ausbauen willst? Vielleicht stehst du vor einem Rohbau und willst – um Kosten zu sparen – selbst Hand anlegen? Oder du hast eine Wohnung gekauft und möchtest sie nach deinem Geschmack ändern? Und du hast keine Ahnung, wo du anfangen sollst, was du tun musst und was man überhaupt selber machen kann? Dann bist du hier richtig!

Keine Ahnung wo anfangen? Dann bist du hier richtig!

DIY-Projekte sind auf jeder Ebene cool – glaub mir, ich habe schon alleine ein ganzes Tiny House gebaut. ABER für jemanden, der sich nicht in der Baubranche auskennt, haben diese Projekte auch immer ein moderates bis hohes Stresspotential. Um dein Abenteuer möglichst stressfrei zu gestalten, führe ich dich in diesem Artikel durch das Unterfangen Selbst-Bau bzw. Selbst-Ausbau und weise dich darauf hin, welche Fehler du vermeiden solltest und was du beruhigt selber anpacken kannst.

Diese Fragen beschäftigen dich womöglich gerade:

  • Wo fange ich überhaupt an?
  • Was muss ich planen lassen und was kann ich selber machen?
  • Welche Reihenfolge macht Sinn?
  • Wie gehe ich bei Selber ausbauen konkret vor?

Wo fängst du überhaupt an?

Let’s begin! Du kannst dir also vorstellen, etwas an deiner Wohnung oder deinem Haus in DIY – also do it yourself anzupacken! Grossartig! Jedes Selbst-Bau Projekt fängt damit an, dass du kurz analysierst, was du alles selber machen möchtest und was das entsprechende Ausmass ist. Wir wollen ja nicht, dass du dich Hals-über-Kopf in ein Projekt stürzst und erst später merkst, dass du zu wenig Zeit, Geld oder Knowhow hast – und dich in einer ewigen Baustelle wiederfindest.

1. Was solltest du planen lassen und was kannst du selber ausbauen?

Du kannst vieles selber machen, aber es lohnt sich im Vorfeld kurz zu überlegen, ob du auch alle Arbeiten selber machen solltest. Denn es benötigt Energie, und diese investierst du am besten dort, wo es dir am meisten Spass macht.

Kleine Geschichte aus dem Nähkästchen: Beim Dachbodenausbau meiner Schwiegermutter wollten wir Geld sparen. Ich war mir sicher, das wir das können (wir = mein Partner und ich) – schliesslich bin ich handwerklich nicht ungeschickt und habe Durchaltevermögen, was DIY anbelangt. Mit Gips hatten wir aber keine Erfahrung. Also haben wir zu Zweit die schon verbauten Gipskartonplatten in stundenlanger Arbeit liebevoll gespachtelt, geschliffen, grundiert und gestrichen, und…. es sah schrecklich aus!

Wir hätten die Gipserei nie selber in die Hand nehmen dürfen – es war zum Verzweifeln.

Der Gips war nicht gleichmässig, es gab unschöne Fehlstellen, der Anstrich deckte (auch nach dem x-fachen Anstrich) immer noch nicht richtig – es war zum Verzweifeln! Kurz: Wir haben einen Profi engagiert, der alles innerhalb weniger Stunden perfekt hingekriegt hat. Wenn ich zurückdenke, hätten wir die Gisperei nie selber in die Hand nehmen sollen, sondern gleich einen Profi engagieren müssen.

Vielleicht lags an den falschen Maschinen, der falschen Technik oder unserem fehlenden Knowhow – auf jeden Fall habens wir einfach nicht hingekriegt. Bei dir mag das ander sein – aber es lohnt sich zu überlegen: Willst du etwas unbedingt selber machen, weil du denkst, dass es günstiger ist? Oder hast du auch Lust, das Projekt selber anzugehen? Das ist ein grosser Unterschied, denn…

Kontra: Selber ausbauen kostet sehr viel Zeit…

Selber machen braucht Zeit. Mehr Zeit, als die Aufgabe normalerweise dauern würde, denn du erarbeitest dir gleichzeitg das nötige Knowhow, musst Dinge ausbessern und neu anfangen. Stell dir vor, jemand müsste deinen Job spontan erledigen. Bis sich diese Person eingelesen hat und du sie instruiert hast, hättest du den Job schon fünfmal selber erledigt.

Faustregel: Alles dauert mindestens doppelt solange, wie du denkst.

Während du also zum x-ten Mal versuchst, das Parkettbrett im richtigen Winkel in die Nut des nächsten Brettes zu hämmern und du deine Knie schon lange nicht mehr spürst, magst du dich fragen, ob die paar hundert Franken deine Zeit und die Mühsal denn Wert waren…

Pro: …aber ermöglicht unbezahlbare Erfahrungen

Und hier kommen wir zum wichtigen Punkt: Es geht nicht immer nur um Geld. Denn persönlich bin ich überzeugt, dass Zeit noch viel wertvoller ist als Geld, da niemals mehr davon produziert werden kann. Und deshalb sollst du sie idealerweise mit Dingen verbringen, die dir auch Spass machen, oder dich weiterbringen. Und Projekte selber zu machen, ist ein wunderbarer Weg dorthin!

Während einem DIY-Projekt wirst du Einiges lernen. Das wäre nicht möglich, wenn du das Gleiche machen lässt.

Vielleicht macht es ja auch DIR Spass, ein neues Handwerk zu erlernen, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, auf was du stolz sein kannst, und viele Erfahrungen zu machen, die dir ein Leben lang bleiben werden – das sind nämlich alles unbezahlbare Dinge

Gute Gründe, deine Wohnung oder dein Haus selber auszubauen:

  • Du hast Lust, dich handwerklich zu betätigen
  • Du möchtest etwas Neues lernen
  • Du willst Kosten sparen (bist dir aber im Klaren dass du dafür mehr Zeit investierst)

Wenn du noch mehr zum Thema DIY, und Zeit vs. Geld lesen möchtest, führe ich in diesem Artikel aus, was ich diesbezüglich Zeit bei meinem Tiny House-Bau gelernt habe.

Welche Arbeiten sind Anfänger-freundlich?

Meine Ansicht ist: Alles! Es kommt nur drauf an, wieviel Zeit du hast, und wie motiviert du bist 😉 Nein Spass beiseite, Jede und Jeder muss irgendwo anfangen, und die Baubranche ist nicht Rocket Science!

Was schwierig ist und was nicht, wird von diesen Faktoren beeinflusst:

  • Dauer des Prozesses
    Je länger es dauert, desto länger ist die ‚Baustelle‘ da und blockiert alles. Insbesondere, wenn es um die eigenen, bewohnten, vier Wände geht. Zudem verlangt ein mehrtätiges- oder wöchiges Projekt mehr Durchhaltevermögen.
  • Hohe Genauigkeit
    Wenn es in deinem verlegten Parkett ein kleines Spältchen gibt, ist das höchstens ein optisches Problem. Wenn aber dein Küchenschrank die nächsten 10 Jahre bei jedem Öffnen klemmt, wird dich das die Wände hoch treiben.
  • Schnelligkeit bei ‚Nass‘-Montage
    Gewisse Arbeiten erfordern Schnelligkeit, z.B. das Verarbeiten vom noch feuchten Gips auf der Wand, oder das Verlegen des Parketts in den feuchten Kleber. Deshalb erarchte ich alles, was mit ’nasser‘ Montage zu tun hat, als ein Schwierigkeits-Faktor.
  • Spezialwerkzeuge
    Sobald spezielles Werkzeug angeschafft werden muss, gilt es diese Hürde zu überwinden. Brauchst du es wirklich, lohnt sich die Investition? Tipp: Wusstest du übrigens, dass du Maschinen z.B. Schleifwerkzeuge, Bohrer und Kreissägen bei Baumärkten z.B. Hornbach und Jumbo #notsponsored ausleihen kannst?

Einfach

Einfache Projekte sind schnell, z.B. innerhalb weniger Stunden oder eines Tages umsetzbar und erfordern kein Spezial-Werkzeug.

  • Wände streichen
  • Einfache Möbel bauen (z.B. offene Regale)
  • Kittfugen erneuern
  • Küchengriffe auswechseln
  • Türgriffe austauschen

Medium

Medium-Projekte dauern mehrere Tage, bedürfen Spezialwerkzeug und entsprechend mehr Durchaltevermögen.

  • Gipsen
  • Geschlossene Schränke (z.B. Küchenoberschränke)
  • (Fertig-) Türen einbauen
  • Duschtrennwand einbauen

Schwierig

Für diese Projekte musst du schon fast einen Deepdive in das Thema machen und selber Profi werden, um es befriedigend auszuführen.

  • Trockenbauwand
  • Alle Arten von Böden (Parkett, Linoleum, Fliesen/Plättli…)
  • Terrassenplatz anlegen
  • Gartenmauer bauen

Gemäss diesen Faktoren habe ich einige Arbeiten in drei Kategorien unterteilt. Das ist natürlich abhängig von deinen bestehenden Können und deinem Werkzeug-Arsenal. Etwas ‚Einfaches‘ kann innerhalb eines Tages, ohne spezielle Werkzeuge (ausser einem Akkuschrauber) problemlos umgesetzt werden – während ein ‚Schwieriges‘ Projekt etwas Planung, oder sogar den Input einer Fachperson bedarf – mehr dazu später!

Das solltest du beim Haus- oder Wohnungsausbau besser Profis überlassen

Bei manchen Arbeiten solltest du realistisch bleiben und als Amateurin oder Amateur den Griff ins Portemonnaie tun, um die Sache vom Profi erledigen zu lassen:

  • Elektrik
    Alles Elektrische muss vom Profi gemacht werden. -> gefährlich
  • Sanitär/Heizung
    Auf stinkende Leitungen – weil sie nicht oder falsch entlüftet wurden kannst du verzichten, genauso auf Wasserschäden. -> teuer und womöglich gefährlich
  • Küche
    Wenn sich deine Wunschküche nicht auf ein aufgebocktes Brett beschränkt, solltest du von der Küche Profis überlassen. Hier treffen präzise Schreinerarbeiten (du willst dich nicht die nächsten Jahre nerven, wenn die Türen klemmen) auf Elektrik UND Wasser. -> nervig, wenn etwas nicht funktioniert
    Wie du die komplette Küche planst (und dann ausführen lässt ;-D) erfährst du in diesem ausführlichen Schritt für Schritt Artikel.
  • Fenster, Fassaden- und Dacharbeiten
    Fenster, genauso wie das Dach müssen dicht sein, und bauphysikalisch korrekt mit der Fassade verbunden sein, sonst riskierst du Feuchteschäden in der Gebäudehülle. -> sehr, sehr teuer

Der Königsweg: Profis punktuell dazuholen

Du musst nicht alles selber machen und du musst nicht alles planen lassen. Ein Mix von Beidem ist meist die beste Art, ein Ausbau-Projekt anzugehen. So kannst du Kosten einsparen, während du trotzdem selber Hand anlegen kannst.

Das beste von Beidem: Professioneller Input und selber verwirklichen!

Coole Idee: Die ‚Einführung‘: Als mein Partner Alex und ich den Dachboden seiner Mutter ausbauen wollten, hat uns ein Parkettleger ein interessantes Angebot gemacht: Er bereitet alles vor, bestellt das Material, und gibt uns dann vor Ort eine Einführung, wie der Parkett verlegt wird. Wir können ihn dann selber verlegen und bei Bedarf immer noch auf ihn zurückkommen, sollte uns die Puste ausgegangen sein. Finde ich einen fairen Vorschlag!

Beispiel: Du lässt eine Trockenbauwand vom Profi gipsen, machst dann aber den Anstrich selber. Oder du lässt für deine alte Treppe ein neues Treppengeländer fertigen, schleifst die alte Farbe auf den Treppenstufen aber selbst ab.

Checkliste: Was planen lassen und was selber ausbauen?

  • Erstelle eine Liste aller Projekte, Teilprojekte und Arbeiten, welche du anpacken möchtest.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, was du überhaupt alles machen willst, lies unbedingt diesen Artikel zum Thema.
  • Welche Arbeiten könnten dir Spass machen?
  • Wo willst du unbedingt Kosten sparen? (nicht vergessen: du bezahlst mit Zeit)
  • Gibt es Arbeiten, wo du punktuell eine Fachperson hinzuziehen könntest?
  • Welche Arbeiten werden ganz ausgelagert? (Strom, Wasser, Küche, Fenster…)

2. Ok, ich mach es selber! Was kommt zuerst?

Cool, du hast dich jetzt entschieden, was du selber probieren möchtest und auf was du besser auslagerst. Aber was machst du am Besten zuerst? Den Vinyl-Boden rausreissen und durch einen Parkett ersetzen, die Wände weiss streichen, oder das neue Wohnzimmer-Regal bauen? In den meisten Fällen: Parkett, Wände, Regal! Aber grundätzlich kannst du die Reihenfolge auf drei verschiedene Arten entscheiden:

  • BKP-Nummern!
  • Viel Wirkung für wenig Aufwand
  • Nach Budget

Option 1: Nach BKP, dem ‚Baustellen-Ablauf‘

Du hast ganz viele Kleinprojekte, die das ganze Haus betreffen? Dach, Heizung, Boden, etc.? Auf der Baustelle folgt die Reihenfolge der Gewerke bzw. der Unternehmer der sogenannten BKP-Ordnung. Da wird festgelegt, welche Handwerker wann ihre Arbeiten erledigen, damit sie sich möglichst wenig im Weg stehen und der Bauablauf effizient ist. Alles ist in Nummern angegeben, von Rohbau bis Ausbau.

Die ‚dreckigen‘ und ’staubigen‘ Arbeiten kommen entsprechend zuerst, sodass möglichst wenig fertige Arbeiten abgedeckt werden müssen.

BKP Ausbau 2
381 Bodenbeläge
382 Wandbeläge (z.B. Wandplättli) […]
385 Innere Oberflächenbehandlungen (Wände streichen)

Option 2: Viel Wirkung für wenig Aufwand

Meine Lieblings-Herangehensweise als grundsätzlich ungeduldiger Mensch, wenn es um verlockende Projekte geht. Du erledigst zuerst das, was die grösste Wirkung hat. Also das hässliche Grellgrün des Treppengeländers überstreichen, welches dich schon jahrelang stört. Oder den grausigen Teppich rausreissen und mit einem schönen Parkett ersetzen. Oder das schöne Regal bauen, weil du einfach genau jetzt Lust darauf hast. Dann musst du es halt wieder wegtragen, wenn du den Boden ersetzt.

Option 3: Nach Budget

Nach deinem verfügbaren Budget zu agieren, ist genauso eine gerechtfertigte Strategie. Zuerst das machen, was gerade drinliegt, und Schritt für Schritt die anderen Arbeiten erledigen.

Checkliste: Was kommt zuerst?

  • Die staubigen und ‚dreckigen‘ Arbeiten kommen gemäss BKP (Baustellen-Reihenfolge) zuerst.
    z.B. Trockenbauwände erstellen, Wände Gipsen. Dann Bodenbeläge, dann Wände streichen, etc.
  • Es ist auch ok, wenn du dich zuerst auf die Dinge konzentrierst, die die Grösste Wirkung haben, oder für dich persönlich der grösste Dorn im Auge sind
  • Wenn das Budget knapp ist (und das ist es ja immer), dann mach einfach das, was du dir leisten kannst und geh getrost in Schritten vor.

3. Wie gehst du beim Selbst-Bau vor?

Cool! Du weisst, was du selber ausbauen willst und kannst jetzt auch abschätzen, mit welchem Teil du beginnen willst. Kommen wir zum Eingemachten! Das Vorgehen ähnelt einem kompletten Bauprojekt und unterteilt sich in diese Bereiche:

  1. Idee/ Farb- und Materialkonzept
  2. Planung
  3. Vorbereitungsarbeiten / Material und Werkzeug beschaffen
  4. Ausführung

3.1 Idee / Farb- und Materialkonzept

Dieser erste Schritt wird gerne übersprungen, und direkt in die Planung über gewechselt. Das ist aus gestalterischer Sicht ein GROSSER FEHLER! Und ich schreibe das in all Caps, weil ich es ernst meine! Hier kannst du dich gedanklich austoben, Varianten erstellen, wieder verwerfen und ändern – und das alles ohne auch nur einen einzige Franken auszugeben!

Die Ideenphase darf – egal ob bei Parkett oder Möbel – NICHT übersprungen werden!

Hier ist mein Vorgehen für die Idee und das Konzept – egal ob es sich um einen neuen Parkett oder ein ganzes Möbel (wie in diesem Beispiel) handelt. Es dauert nicht lange, versprochen!

  • Phase 1: Alle Ideen ‚auskotzen‘ (5 Minuten)
    Auf einem leeren A4-Papierblatt schreibst deinen Projekttitel in die Mitte, und rundherum all deine Gedanken in Stichworten, die dir in Bezug auf das Projekt im Kopf herumgeistern. Ohne Hierarchie und Wertung.
  • Phase 2: Ideen priorisieren (10 Minuten)
    Dann umkreist du die Stichworte, die für dich wichtig sind. Du kannst soviele umkreisen, wie du willst, solange es nicht alle sind. Dann noch einmal – diesmal die, die wirklich wichtig sind. Und nochmal – diesmal die, ohne die du das Projekt gar nicht machen möchtest. Siehst du langsam ein Muster?
  • Optional Bunusphase: Pinterest
    Ich hole mir an dieser Stelle (und erst jetzt!) gerne auch noch Inspiration auf Pinterest. Es tut gut, schöne Vorschläge gezeigt zu bekommen, und solche Vorschläge gleich auszuschliessen, welche nicht in meine priorisierten Ideen passen.
  • Phase 3: Vorschlag skizzieren / Vorplanung (30 Minuten – Stunden, kommt auf deinen Perfektionismus an :D)
    Wenn es nur um einen Parkett geht, kannst du dir deine Erkenntnisse auch in einer Liste notieren, oder das Verlegemuster im Grundriss einzeichnen. Bei etwas mehr ‚gestalterischem‘ wie einem Möbel versuchst du jetzt, deine Ideen aufzuskizzieren. Das ist einfacher gesagt als getan – willkommen in der Welt der Gestaltung 🙂

Der Sinn der dritten Phase ist, dass dir allfällige Schwachstellen auffallen, oder Dinge, die nicht funktionieren. Meist merkt man das erst, wenn man es schwarz auf weiss auf einem Blatt Papier gesehen hat. Dann kannst du den Prozess wiederholen, bis du etwas hast, was zu deiner Zufriedenstellung funktioniert. Wenn du noch eine ausführlichere Anleitung zu dieser Methode möchtest, oder Alternativ-Methoden für andere Persönlichkeits-Typen willst, schau doch kurz hier rein!

Möbelwand selber bauen Idee Konzept
Phase 1: Ideen ‚auskotzen‘ und einfach aufschreiben
Farb- und Materialkonzept Möbelwand
Phase 2: Ideen ‚priorisieren‘
Möbelwand Konzept
Phase 3: Skizzen und ‚Vorplanung‘ – dann wiederholen!

Farb- und Materialkonzept erstellen

Die Definition des Farb- und Materialkonzepts kannst du auch in diesem Schritt der Idee/Konzeptfindung andenken. Später werden wir sie mit physischen Muster noch einmal testen. Es gilt zu überlegen: Wie soll die Stimmung sein? Für Stimmungsbilder als Inspiration gehe ich gerne auf Pinterest. Was sind die bestehenden Materialien, welche bleiben?Heutzutage kannst du mit einem AI-Programm ein Foto deiner Baustelle manipulieren lassen, um genau diese Fragen zu klären.

  • Bestehende Materialien analysieren
    Mit denen musst du arbeiten, so oder so. Deshalb sind sie automatisch Teil des Konzepts.
  • Inspiration holen
    Wie sieht der Rest des Konzepts aus? Hol dir Inspiration! z.B. mit Hilfe von Pinterest. Soll es elegant sein? Hell, farbig, frech?
  • Je näher, desto wertiger!
    Das ist mein persönliches Kredo für die Materialauswahl. Je näher as Material deinem Körper ist, und je öfter du es direkt berührst, desto hochwertiger muss es sein (Türgriffe, Küchenabdeckung, Lichtschalter etc.)
  • Virtuell Testen
    • Moodboard (aka. Pinterest Board)
      Es muss nicht Pinterest sein, aber du solltest die Oberflächen/Materialien als Bilder abgespeichert haben und kombinieren können.
    • Photoshop / AI z.B. mit einem Foto der ‚Baustelle‘, welches du mit Photoshop, oder AI manipulierst. Man sieht erst, ob etwas passt, wenn man es auch im tatsächlichen Kontext sieht.
      Übringes gibt es für Photoshop eine kostenlose Web-Alternative, die ich ständig nutze: Photopea.com!
    • Modell
      Für komplexe Möbelbauten / Grundrissen unbedingt ein grobes Modell bauen. Massstab 1:10, normaler brauner Karton und Teppichmesser.
    • 3D
      NUR falls du schon Erfahrung hast mit 3D-Programmen. Ansonsten verschwendest du deine Zeit damit, erst dich im Programm zurechtzufinden

Tipp: In der Innenarchitektur gibt es die 60-30-10-S Regel. Damit sind die Verhältnisse der Farben oder Farbtöne gemeint. 60% der Oberflächen haben eine Hauptfarbe, 30% der Oberflächen eine Nebenfarbe, 10% eine dritte Farbe. Hinzu kommt, quasi als Dessert, etwas Schwarzes für Kontrast.

Checkliste: Ideenfindung & Farb- und Materialkonzept

  • Du hast eine Vision, wie es aussehen soll, und könntest es einem Freund mit Bildern, Pinteres-Board, Skizzen, Modell, 3D, oder Photoshop zeigen.
  • Du hast dich dabei auf die dir wichtigen Dinge beschränkt (Ideen priorisieren)
  • Wenn das Budget knapp ist (und das ist es ja immer), dann mach einfach das, was du dir leisten kannst und geh getrost in Schritten vor.

3.2 Planung: Recherche, Offerte, Auftrag!

Du hast also eine Vision, wie es aussehen soll. Jetzt geht es darum zu veranlassen, dass das auch so wird. Und in der Planung heisst dies konkret, dass wir jetzt Produkte finden müssen, die deine Vision erfüllen. Das bedeutet:

  • Produkt-Recherche
  • Offerte(n) einholen

Produkt-Recherche

Die Produkt-Recherche kannst das auf drei Arten machen – idealerweise alles kombinert!

Ausstellungen und/oder Fachbetriebe besuchen

Parkett- und Bodenausstellungen, Küchen– und, Badausstellungen sowie Möbelausstellungen bringen dich extrem viel weiter. Du kannst (kostenlos) Fachpersonen befragen, Oberflächen anfassen und dir allenfalls Offerten machen lassen.

Online-Portale durchstöbern

Für Badplanung und Küchenarmaturen: diese beiden Portale (alle Produkte inkl. Preise)

Für alle Arten von Griffen (Türgriffe, Küchengriffe, Möbelgriffe, Scharniere, Haken etc.) Opo Oeschger oder Häfele #notsponsored Oder wieso nicht Etsy?

Physische Muster indirekt oder direkt bestellen!

Und zu guter Letzt kannst und sollst du Muster bestellen, entweder direkt in der Ausstellung, über einen bekannten Unternehmer, oder direkt: Linoleum-Muster kannst du z.B. kostenlos hier bestellen, oder Küchenfronten-Muster (Kunstharz) hier #notsponsored

Offerte(n) machen lassen

Wenn du weisst, welche Produkte du möchtest, wirst du dir im nächsten Schritt eine Offerte machen lassen. Da wir hier ja von Do-it-yourself reden, wird die Offerte womöglich nur das Material beinhalten (z.B. der Parkett oder die Duschwand oder das Holz), und eventuell deren Lieferung.

Wenn du punktuell Fachpersonen hinzuhohlst (wie beim Abschnitt Königsweg angeprochen) werden auch noch andere Leisunten angefügt. Du solltest dir bei komplexeren Arbeiten oder höheren Beträgen (z.B. mehrere Tausend Franken) unbedingt mindestens drei Offerten machen lassen, welche du vergleichen kannst. Wie du das machst und auf was du achten sollst, erfährst du hier im Artikel ‚Offerte einholen und mit Unternehmern verhandeln‚.

Checkliste: Planung

  • Du hast recherchiert, welches die richtigen Produkte sind, um deine Idee in gebaute Wirklichkeit zu verwandeln, und kannst jeweils die Artikelnummer des jeweiligen Herstellers nennen. (die brauchst du für die Offerte)
  • Du hast für allfällige Arbeiten Offerten eingeholt, und diese verglichen
  • Du hast physische Muster der grossen Oberflächen organisiert. Nicht vergessen: es gibt auch noch deine bestehenden Materialien. [Anmerkung: Bei grösseren Aufträgen ist es üblich, ein Muster in die Offerte mit rein zu nehmen. Du erhaltest also das Muster erst nach der Offerte]

3.3 Vorbereitungsarbeiten / Material und Werkzeug beschaffen

Wuhuu, jetzt kommen wir ins Arbeiten! Aus Erfahrung weiss ich, dass die Vorbereitungsarbeiten das A und O sind für eine effiziente DIY-Arbeit.

  • Beschaffe dir die nötigen Werkzeuge!
    Grosse Maschinen wie Schleifmaschinen, Kapp- und Kreissägen etc. kannst du wie schon erwähnt bei grossen Baumärkten wie Hornbach oder Jumbo ausleihen #notsponsored.
  • Genügend Abdeck-Material besorgen
    Niemand will eine verstaubte Wohnung oder Farbflecken auf den Holzbalken. Günstige Malerabdeckbänder + grosse Plastikfolien aus dem Baumarkt erledigen den Job.
  • Kleinteile und Snacks nicht vergessen!
    Schrauben, Klebebänder oder ‚primitive‘ Werkzeuge wie Zangen, Hammer etc. werden schnell vergessen. Und Snacks! Irgendie vergisst man im Flow immer zu essen – oder bin das nur ich? 😀
    Mach dir doch eine kurze Liste und dann let’s go!

3.4 Wohnung oder Haus selber ausbauen – you can do it!

Hier noch einige Tipps, welche ich in meiner Karriere von Selbst-gebauten… ‚Artefakten‘ (Angefangen bei einem Regal, welches prompt unter dem Gewicht der Kaffeemaschine zusammengeklappte – bis hin zur handgefertigten Holznagel-Schlitzzapfen Konstruktion für das Tiny House) gelernt habe.

  • An einem Stück arbeiten
    Ich habe in meinem erwähnten Pavillon-Projekt die Erfahrung gemacht, dass es ungefähr so effizient ist, nur jeden Mittwoch zu arbeiten, wie jede Kleidungskategorie einzeln zu waschen. Eine Wäsche für die Socken, eine für die Unterhosen, dann eine mit Geschirrtüchern, eine für Hemden, eine für die T-Shirts, usw. Es geht nicht nur um die Nettowaschzeit, sondern auch um den Aufwand, die Wäsche jedes Mal ein- und ausräumen.
    Jeder Neubeginn ist mit unproduktiver Arbeit verbunden. Werkzeuge suchen, Maschinen einstellen, Stückzahlen prüfen, Pläne studieren usw. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall das ganze Projekt – oder zumindest dessen Ausführung – in einem Stück anvisieren. Das ist viel effizienter. Viel schneller. Weniger Zeit. Weniger Kosten. Wenn man nicht alles am Stück machen kann, dann sind mehrere Tage hintereinander sicher auch hilfreich.
  • Spezialarbeiten an Profis auslagern
    Das war hier schon Thema, aber ich möchte es noch einmal betonen: du brauchst als Laie sehr viel mehr Zeit als ein Profi.
    Beispiel gefällig?: Für eine kleine selbstgebaute Hütte brauchte ich eine Dachrinne. Inzwischen konnte ich schon gut mit Holz arbeiten – aber Metall? Absolut null Erfahrung und kein Zugang zu Maschinen. Mich in alles von null auf eindenken, recherchieren und versuchen auszuführen, für eine simple Dachrinne? Eine Sache von mehreren Tagen für mich. Deshalb habe ich einen Spengler angefragt. Ich durfte sogar bei der Herstellung der Dachrinne mithelfen. In einer Stunde waren wir fertig! Effizienz und Lerneffekt zugleich.
  • Play Hard!
    Viele dümpeln mit ihren Projekten ein bisschen dahin. Etwas abklären, ein paar Wochen auf die Antwort warten. Hier ein wenig schleifen, eine Bohrmaschine suchen, dann zum Baumarkt fahren, wieder ein wenig schleifen. Und schon ist der Tag um.
    Schluss damit! Wenn Du Dein Projekt in diesem Jahrzehnt abschliessen willst, musst Du ein bisschen ‚härter‘ spielen. Spielen ja, weil es soll ja Spass machen. Schliesslich ist das Deine Freizeit – und niemand will Stress neben der Arbeit. Es gibt sicherlich Punkte, an denen Du effizienter werden kannst, ohne ins schwitzen zu kommen. Der Homo Sapiens braucht immer so viel Zeit für eine Aufgabe, wie ihm zur Verfügung steht. Dieses Prinzip ist auch als eines der Parkinsonsche Gesetze bekannt. Ein wenig künstlicher Zeitdruck kann wahre Wunder wirken. Wenn Du Dir weniger Zeit für eine Aufgabe nimmst, dann wirst Du sie in dieser kürzeren Zeit auch schaffen.

Ich glaube an dich, und jetzt an die Arbeit!

Liebe Grüsse, Eliane 🙂

Dein ARCHITEKTIEREN Guide

Raumgrössen & Mindestmasse

Wie gross muss ein Wohn- oder Schlafzimmer sein? Gibt es gesetzliche Vorgaben in der Schweit? Welche Mindestmasse gibt es im Bad oder in der Küche zu beachten? All das und mehr in diesem eigens für dich erstellten Kompakt-Guide!

Weitere interessante Beiträge